Allergie gegen Hausstaub

Etwa jeder Zehnte in Deutschland hat eine Allergie gegen Hausstaub, damit gehört sie zusammen mit der Pollenallergie zu den beiden häufigsten Allergien. Dabei ist der Name etwas irreführend, denn nicht der Hausstaub selbst ist das Allergen. Die allergische Reaktion wird viel mehr ausgelöst durch kleine Spinnentiere, den Hausstaubmilben und deren Ausscheidungen. Die Hausstaubmilbe selbst ist ungefährlich, da sie sich ausschließlich von abgestorbenen Hautzellen ernährt und keine Krankheiten übertragen kann.

Ursachen

Wie bei anderen Allergien auch liegt die Ursache in einer fehlerhaften Reaktion der körpereigenen Abwehrkräfte. Das Immunsystem zeigt eine Überreaktion gegenüber einem Fremdkörper, obwohl dieser harmlos ist.
Dabei kommt es nicht beim ersten Kontakt mit dem Allergen zu einer Reaktion. Das Immunsystem produziert spezifische Antikörper gegen den vermeintlich gefährlichen Stoff. Diese Antikörper werden im Körper gespeichert und sorgen von nun an bei Kontakt mit dem Allergen für die allergische Reaktion.

 

Symptome

Bei einer Allergie gegen Hausstaub können Symptome auftreten wie
– gereizte Augen
– allergischer Schnupfen
– Nies- und Hustenanfälle
– sowie allergische Hautausschläge

Grund für diese Symptome ist das Histamin, ein Botenstoff, der vermehrt ausgeschüttet wird bei Kontakt mit dem Allergen. Das Histamin sorgt dafür, dass die Blutgefäße geweitet werden und die Schleimhäute anschwellen. Außerdem ist es an Entzündungsprozessen im Körper beteiligt und erhöht die Schleimproduktion.
Bei längerem und andauerndem Kontakt mit dem Allergen kann es zur allergischen Bindehautentzündung kommen. Wenn die Atemwege betroffen sind, dann kann es im schlimmsten Fall zum allergischen Asthma mit akuter Atemnot führen.

Die Allergie gegen Hausstaub tritt ganzjährig auf. Die Betroffenen leiden jedoch insbesondere in den Herbst und Wintermonaten stärker unter den Symptomen. Das liegt an der trocknen Heizungsluft, denn die führt zu massenhaftem Absterben von Hausstaubmilben. Die toten Tiere vertrocknen und zerfallen und die Allergene werden freigesetzt, die sich dann unter den Hausstaub mischen. Wenn der Staub aufgewirbelt wird, verteilt er sich in der Luft. Da die meisten Menschen in der kalten Jahreszeit selten Lüften steigt die Konzentration der Allergene im Haus.

 

Diagnose

Wenn der Verdacht besteht, dass eine Allergie gegen Hausstaub vorliegt, dann wird von einem Facharzt ein Allergietest vorgenommen. Mit einem Allergietest können verschiedene Allergien bestimmt werden. Der Prick-Test ist die gängigste Methode, um Allergien zu diagnostizieren.

Hierfür tropft der Arzt eine Lösung mit dem jeweiligen Allergen auf den Unterarm des Patienten. Jede Stelle wird zuvor markiert, um später die Reaktionen nachvollziehen und zuordnen zu können. Die Haut wird dann an der betroffenen Stelle leicht angeritzt, damit die Allergene eindringen können. Entstehen nach etwa 20 Minuten Zeit Rötungen oder Ausschläge an der jeweiligen Stelle, hat der Patient diese Allergie.

Der Nachteil dieser Methode ist, dass die Hautreaktion durch die Einnahme bestimmter Medikamenten oder auch einer akuten Infektion beeinflusst werden kann. Daher ist der Prick-Test nicht eindeutig.

Als zusätzliche Diagnosemöglichkeit bietet sich daher eine Blutuntersuchung an. Beim RAST-Test wird nach spezifischen Antikörpern gegen das jeweilige Allergen im Blut gesucht.

 

Therapie

Wurde eine Allergie gegen Hausstaub diagnostiziert, gibt es mehrere Wege den Betroffenen zu behandeln.
Als Erstes sollten Veränderungen in der Wohnsituation vorgenommen werden, denn je weniger Staub sich in der Wohnung sammeln kann, desto leichter fallen die Symptome aus oder können sogar ganz vermieden werden.
Daher sollten sich möglichst wenige Teppiche und Polstermöbel in der Wohnung befinden. Sie bieten den Hausstaubmilben gute Rückzugsorte und sind schwer staubfrei zu halten. Doch der größte Sammelpunkt der Hausstaubmilben ist die Matratze, deshalb ist ein milbenundurchlässiger Schonbezug sinnvoll. Dieser sollte spätestens alle 3 Monate gewaschen werden. Auch Kissen und Bettdecke sollten nach Möglichkeit aus Baumwolle bestehen oder können ebenfalls mit einem Schonbezug ausgestattet werden. Generell gilt die Staub- und damit einhergehend die Milbenbelastung so gering wie möglich zu halten. Bei einer leichten Allergie können diese Maßnahmen bereits ausreichen, um beschwerdefrei zu leben.

Bei einer schweren Allergie können Medikamente, die Antihistaminika oder Glukokortikoide enthalten, die Beschwerden mindern. Antihistaminika hemmen die Ausschüttung von Histamin, während die Glukokortikoide Entzündungsprozessen entgegenwirken. Auch abschwellende Nasensprays können bei akuten Problem helfen. Die medikamentöse Behandlung sollte jedoch nicht als Dauertherapie gesehen werden, da sie nur die Symptome lindern soll in akuten Fällen.

Langfristig kann bei einer schweren Allergie gegen Hausstaub eine Hyposensibilisierung sinnvoll sein. Die Behandlung zieht sich zwar über mehrere Jahre hin doch können dadurch die Beschwerden dauerhaft gelindert oder sogar vollständig beseitigt werden.